Elterntipps 

Worauf Sie achten sollten, wenn Ihr Kind Nachhilfe braucht

Liebe Eltern,

damit Sie vor negativen Erfahrungen bei der Auswahl des Nachhilfelehrers besser geschützt sind, geben wir Ihnen auf dieser Seite Tipps und Informationen an die Hand. Denn die oberste Priorität gilt der Frage: Ist der Lehrer sowohl fachlich als auch methodisch kompetent? Oder ganz kurz: Ist er sein Geld wert?

Folgen Sie unseren Ratschlägen, um Ihr Kind optimal und nachhaltig zu unterstützen!

1. Fach auswählen

Eigentlich eine ganz einfache Formel, so denkt man:
eine 5 in Latein = Nachhilfe in Latein.

Meistens wird auf genau diese Weise das Nachhilfefach ausgewählt. Hierbei sollten Sie jedoch beachten: Ist Latein das einzige Problem oder sind es mehrere Fächer, in denen der Schüler abzurutschen droht?

Was tun, wenn es mehrere schulische Baustellen gibt?

Ist Letzteres der Fall, gilt folgende Regel: Man beginnt die Nachhilfe in jenem Fach, in dem ein Notensprung am schnellsten zu erwarten ist. Damit schafft man einen Zensurenausgleich. Überlegen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind, in welchem Schulfachfach es besonders motiviert ist oder ob es hier einen sehr zugewandten Lehrer hat.

2. Qualifikation kontrollieren

Wenn Sie einen Nachhilfelehrer wählen, kontrollieren Sie so gründlich wie möglich, ob er grundlegende didaktische und methodische Techniken beherrscht. Lassen Sie sich Zeugnisse, Empfehlungsschreiben, Teilnehmerzertifikate, Ausbildungsscheine oder Studentenausweis zeigen. Gute Nachhilfelehrer, die nichts zu verbergen haben, geben Ihnen gern Einblick in ihre Papiere.

Hat der Lehrer eine TutorWatch-Ausbildung absolviert, so raten wir: Führen Sie immer den Zertifikats-/ Card-Check durch. Er ist ein Kontrollinstrument zur Echtheit der Karte und  zur Ermittlung der fachlichen und didaktischen Fähigkeiten des Nachhilfelehrers.

3. Kontakt herstellen

Erfolg beim Unterrichten hängt immer auch davon ab, wie gut der Kontakt zwischen dem Nachhilfelehrer und seinem Schüler ist. Hier haben Eltern eine wichtige Funktion: Als Erziehungsberechtigter haben Sie den Lehrer zunächst hinsichtlich seiner Qualifikation geprüft. Gleichzeitig werden Sie auch dabei geklärt haben, ob sie daran glauben, dass Ihr Kind den neuen Nachhilfelehrer mögen und respektieren wird.

Welcher Lehrer für welches Kind?

Ein lebhaftes und vielleicht etwas vorlautes Kind wird mit einem sehr zurückhaltenden und ernsthaften Nachhilfelehrer weniger gut zurechtkommen. Hat Ihr Kind dagegen ein sehr schüchternes und ängstliches Gemüt, wird es sich vermutlich mit einem forschen und energisch auftretenden Lehrer nicht wohlfühlen. Unterschätzen Sie nicht die Bedeutung der wechselseitigen Sympathie beim gemeinsamen Lernen: Für einen Lehrer, den es gerne hat und bei dem es sich gut aufgehoben fühlt, wird Ihr Kind sich  beim Lernen mehr anstrengen.

4. Sicherheit gewährleisten

Lassen Sie die Nachhilfe in einem geschützten Rahmen stattfinden. Ein Institut oder Ihre eigene Wohnung gewährleisten größtmögliche Sicherheit für Ihr Kind. Wenn es bei Ihnen daheim unterrichtet wird, sollte immer ein Erziehungsberechtigter im Haus sein.

5. Die Arbeit unterstützen

Auch diese wichtige Aufgabe fällt Ihnen zu: Es ist manchmal gar nicht so leicht, die richtige Distanz zum Nachhilfeunterricht des Kindes zu halten und gleichzeitig unterstützend zur Verfügung zu stehen. Obwohl es sehr  entlastend sein kann, wenn Hilfe von außen kommt, so kann es sich dennoch zunächst etwas beunruhigend und ungewohnt anfühlen, die Verantwortung für das außerschulische Lernen Ihres Kindes an eine andere Person zu delegieren.

Wie schafft man den Spagat zwischen Unterstützung und Distanz?

Das fällt umso leichter, je eher Sie dem Lehrer vertrauen. Wenn Sie den Nachhilfeunterricht „ernst nehmen“ wird Ihr Kind das auch tun: Die Nachhilfestunden sollten ihren festen Platz im Wochenplan des Kindes haben. Das heißt,  wenn es sich irgendwie vermeiden lässt, sollte die Nachhilfe nicht ausfallen - auch nicht wegen Besuchen beim Kieferorthopäden oder eines Einkaufbummels. Pünktlichkeit beim Bringen und Abholen oder beim Beginn und der Verabschieden des Lehrers zeigt nicht nur Ihren Respekt vor der gemeinsamen Arbeit Ihres Kindes mit ihm, es hilft Ihrem Kind ganz nebenbei auch, sich an feste Strukturen zu gewöhnen und darin Halt zu finden.

Ein individuell auf Ihr Kind zugeschnittener, fantasievoller Unterricht erfordert in der Regel auch besondere Arbeitsmaterialien. Freilich: Zusätzliche Unkosten für Karteikarten, Fineliner, besondere Hefte und Bastelmaterialien neben dem Lehrerhonorar erfreuen die wenigsten Eltern. Es ist daher durchaus berechtigt, nachzufragen, wofür die Materialien verwendet werden sollen. Auch hier ist es nicht nur eine Unterstützung der Arbeit des Lehrers, wenn Sie die angefragten Dinge besorgen – am besten gemeinsam mit dem Kind - und darauf achten, dass Ihr Kind sie auch immer dabei hat. Es ist zudem eine gute Übungsmöglichkeit, im achtsamen Umgang mit seinen Arbeitsmaterialien selbstständiger zu werden.

6. Lernerfolge ermitteln

Überprüfen Sie regelmäßig die Lernerfolge, jedoch ohne ein übertriebenes Kontrollverhalten an den Tag zu legen. Wichtig ist: Ihr Kind muss spüren, dass Sie seine zusätzlichen Bemühungen anerkennen und sich für den Verlauf der Nachhilfe interessieren.

Wie kann man von Erfolgen beim Lernen erfahren?

Es hat sich nicht bewährt, dass Eltern oder andere außen stehende Personen direkt am Nachhilfeunterricht teilnehmen. Stattdessen können Sie sich zum Beispiel die von Ihrem Kind erstellten Lernunterlagen zeigen lassen oder es fragen, womit es sich in der Nachhilfe gerade beschäftigt.

Seien Sie nicht enttäuscht, wenn sich nicht gleich die Note  verbessert. Betrachten Sie gemeinsam mit Ihrem Kind die Klassenarbeit genau, denn oft lässt sich dann feststellen: Wenngleich das Gesamtergebnis zwar noch nicht eine Note besser ist, gibt es doch schon Einiges, was Ihr Kind sicherer als vorher bewältigt hat.

Fragen Sie Ihr Kind, wie ihm der Unterricht und der Lehrer gefällt. Gegenseitige Sympathie und Spaß am Lernen sind wesentliche Faktoren für Erfolgserlebnisse.

7. Die Nachhilfe beenden

Stellen sich diese Erfolge nach einer Zeit ein, so ist im nächsten Schritt zu besprechen, ob die Nachhilfe noch weiterhin notwendig ist oder ob der Schüler  – zumindest für eine gewisse Zeit lang – allein weitermachen soll.

Woran erkennt man, dass die Nachhilfe beendet werden kann?

Wenn die Grundlagen ausreichend und konsequent genug bearbeitet worden sind und das Kind im Schulunterricht wieder Anschluss gefunden hat, wird sich das sowohl in seinem Verhalten als auch in den Noten widerspiegeln. Und wenn Ihr Kind über einen längeren Zeitraum sicher und ohne große Probleme im Schul- und Nachhilfeunterricht „mitkommt“ und mehrmals hintereinander gute Klassenarbeiten und Tests schreibt, wird der Nachhilfeunterricht allmählich überflüssig. Ein weiteres wichtiges Zeichen dafür, dass dieser beendet werden kann, ist, wenn Schularbeiten und Vorbereitungen für Klassenarbeiten ohne fremde Hilfe und ohne Stress oder Konflikte bzw. Diskussionen bewältigt werden.

Warum man Nachhilfe stets langsam beenden sollte

Erfahrungsgemäß bedeutet für Kinder und Jugendliche die Nachhilfe nicht nur eine hilfreiche Unterstützung beim Schließen von Wissenslücken, sondern der Nachhilfelehrer wird auch zur wichtigen emotionalen Stütze für seinen Schüler beim Kampf gegen Ängste, vor Klassenarbeiten oder bei mündlicher Mitarbeit.

Daher kann es einerseits durchaus sinnvoll sein, Nachhilfe auch dann noch eine Zeit lang fortzusetzen, obwohl eigentlich die Lerninhalte bereits aufgeholt sind. Andererseits gilt es zu verhindern, dass der Schüler sich an die Nachhilfe als Dauerzustand „gewöhnt“.

Warum Absprachen mit dem Nachhilfelehrer wichtig sind

Sie sehen also: Es ist unabdingbar, den Nachhilfelehrer in Ihre Überlegungen und Pläne mit einzubeziehen, damit dieser Ihr Kind auf das Ende der Nachhilfe vorbereiten kann. Sprechen Sie auch mit dem Nachhilfelehrer darüber, ob er bereit wäre, den Unterricht wieder aufzunehmen, wenn sich zeigt, dass der Schüler doch noch nicht allein zurechtkommt oder ob er für einzelne  „Extrastunden“ - z.B. vor einer besonders gefürchteten Arbeit - zur Verfügung stehen würde.

Beenden Sie die Nachhilfe nie in einer „Umbruchzeit“ (z.B. Schul- oder Klassenwechsel, Lehrerwechsel, Veränderungen im familiären Bereich.). Der Schüler ist vermutlich gerade dann sehr auf seinen Nachhilfelehrer als Konstante angewiesen.

8. Die Grenzen von Nachhilfe berücksichtigen

Lern- und Leistungsprobleme in der Schule können sehr verschiedene Ursachen haben. Nicht selten spielen Sorgen und Nöte die ein Kind oder Jugendlicher mit seinem sozialen Umfeld hat eine große Rolle dabei: Um Belastungen in der Familie, Schwierigkeiten im Umgang mit den Gleichaltrigen oder auch eigene Entwicklungsprobleme zu bewältigen, braucht ein Schüler oft seine gesamte Energie, da bleibt dann zum Lernen zu wenig Kraft.

Schulprobleme können viele Ursachen haben

Bei Schulproblemen ist auf jeden Fall sinnvoll, sich auch darüber Gedanken zu machen, wie die aktuelle Lebenssituation des Schülers gerade aussieht: Wer Liebeskummer hat, kann sich nicht auf Latein konzentrieren, wenn die beste Freundin in eine andere Stadt gezogen ist, kann die Einsamkeit in der Klasse auf einmal sehr belastend werden und wenn man sich wegen körperlicher Ungeschicklichkeit vor der nächsten Sportstunde fürchtet, kann man nicht in Ruhe rechnen. In den meisten Fällen reicht hier die Zuwendung und Unterstützung der Eltern oder anderer Erwachsener aus, um zu helfen, diese Situationen durchzustehen und die Nachhilfe kann dann als zusätzliche Maßnahme entlasten.

Wenn Nachhilfe nicht ausreicht

In manchen Fällen können sich hinter Schulproblemen aber auch seelische Nöte verbergen, die professionelle Hilfe erforderlich machen, z.B., wenn Leistungsversagen in der Schule durch massive Ängste oder Selbstwertzweifel, Drogen-  und Mediensucht begründet sind. Auch Mobbing kann Formen annehmen, die ein professionelles Eingreifen erfordern. Ein Kind, das in seiner Klasse schikaniert wird, kann noch so viel Nachhilfe erhalten – sie wird nicht viel nützen, wenn es sich nicht traut, sein Wissen aus Angst vor den Klassenkameraden oder dem Lehrer mitzuteilen.

Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Kind ernsthafte Probleme hat, wenn Nachhilfe keinen Erfolg herbeiführt, sollten Sie sich an Ihren Haus- oder Kinderarzt, eine Beratungsstelle oder niedergelassene Psychologin wenden, um herauszufinden, wie sie Ihrem Kind helfen können.

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